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FH Südwestfalen: Studierende des Studiengangs Bio- und Nanotechnologien entwickeln Bioreaktor

Projektorientiertes Lernen steigert Motivation von Studierenden

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein modular automatisierter Bioreaktor für die Produktion von Mikroorganismen, zwei Fachveröffentlichungen und eine Präsentation des Reaktors auf dem Kongress "Virtuelle Instrumente in der Praxis" (VIP) in Fürstenfeldbruck.

Was die acht Studierenden des Studiengangs Bio- und Nanotechnologien in kürzester Zeit während ihres Praktikums auf die Beine gestellt haben, hat selbst ihren betreuenden Hochschullehrer, Prof. Dr. Bernward Mütterlein, erstaunt.

"Projektorientiertes Lernen" heißt das innovative Lehrkonzept, das Mütterlein als Pilotprojekt seit der Umstellung vom Diplom- auf das Bachelorstudium mit Erfolg den Studierenden anbietet. "Aufgrund der verkürzten Studienzeit haben wir unsere fachübergreifende Zusammenarbeit intensiviert, die Lehrveranstaltungen und die Lehrinhalte aufeinander abgestimmt. Zusätzlich möchte ich unseren Studierenden Freiräume geben, Lehrinhalte selbständig und praktisch in selbstgewählten Projekten umzusetzen", erläutert er.

"Neues ausprobieren" nennt Mütterlein deshalb sein Praktikum im Rahmen der Wahlpflichtveranstaltung "Messdatenerfassung und –verarbeitung". Den Bau eines Bioreaktors schlugen seine Studierenden vor. "Meine erste Reaktion auf diesen Vorschlag war zunächst ein "Nein", weil mir klar war, dass ein Projekt in diesem Umfang nicht innerhalb eines Semesters mit zwei Stunden Praktikum pro Woche durchführbar sei", räumt Mütterlein ein. Trotz seines Vorschlags: "Wir könnten es aber unter der Randbedingung versuchen, dass ich die Pizza bezahle, die wir nachts um zwei Uhr brauchen werden", wollten die Studierenden das Projekt dennoch durchführen.

Zu Beginn des Projekts waren für die Durchführung keinerlei Voraussetzungen gegeben, so dass die Studierenden mit allen Themen der Laborautomatisierung konfrontiert waren. Dazu gehörte die Auswahl aller Komponenten und geeigneter Sensoren ebenso wie die Entwicklung einer sinnvollen Softwarestruktur. Unterstützt wurden sie dabei von den Professoren und Mitarbeitern der anderen Lehrgebiete. Der Lohn für die intensive Arbeit: ein modularer und vollständig automatisierter Bioreaktor für die Produktion von Biomasse, Grundchemikalien oder Pharmazeutika. Über den kostengünstigen Reaktor freut sich nun Prof. Dr. Klaus Stadtlander, der ihn in seinem Labor für Biotechnologie einsetzen wird.

Prof. Mütterlein ist von dem projektorientierten Lernansatz überzeugt: " Durch die enge Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Lehrgebieten ergibt sich eine interdisziplinäre Ausbildung. Die Studierenden sind deutlich motivierter und ich kann damit nachhaltiger das Verständnis für technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge vertiefen. Auch hochbegabte Studierenden können dadurch zusätzlich gefördert werden."

"Allerdings", schränkt Mütterlein ein, "reicht die im Stundenplan vorgesehene Zeit für dieses Lehrkonzept nicht aus. Die Projekte können nur durch freiwillige Arbeitsleistungen und auch nur in kleinen Gruppen durchgeführt werden".

Dennoch: Die Arbeitsergebnisse und die Arbeitszufriedenheit der Studierenden sprechen für sich und auch die viel kritisierte Umstellung der Studiengänge auf die Bachelorstruktur muss kein Nachteil sein, wenn die Lehrveranstaltungen in geeigneter Weise angepasst werden.

Quelle: FH Südwestfalen
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