
Der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit mit Ferienbeginn im größten Bundesland fiel moderat aus. Mit 787.345 Arbeitslosen erhöhte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um rund 12.900 (+ 1, 7 Prozent). Der Zuwachs traf in der Summe ausschließlich Jüngere. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit um 42.740 oder gut 5 Prozent niedriger.
Die Arbeitslosenquote in NRW erhöhte sich leicht auf 8, 7 Prozent; im Juli des Vorjahres lag die Quote mit 9, 2 Prozent deutlich darüber.
„Trotz der Erhöhung im Juli entwickelt sich der Arbeitsmarkt günstiger als es noch Anfang dieses Jahres zu befürchten war. Die Auslastung in den Betrieben steigt, der Optimismus in der Wirtschaft wächst, die Kurzarbeit wird abgebaut und die Nachfrage nach Fachkräften zieht langsam an“, erläuterte Luidger Wolterhoff, Geschäftsführer der NRW- Das Ende des Schuljahres und die Abschlussprüfungen in den Berufsausbildungen führen in jedem Jahr mit Beginn der Ferien zu mehr Arbeitslosen. Im Juli erhöhte sich die Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren innerhalb eines Monats um 14.820 oder gut ein Fünftel auf 88.590. Sie lag mit einem Minus von knapp 13.000 (- Wolterhoff geht davon aus, dass im Herbst viele Jüngere einen Arbeitsplatz finden werden: „Die Wirtschaft benötigt dringend junge, auf dem neuesten Stand ausgebildete Fachkräfte. Die Jahrgänge, die in Rente gehen, hinterlassen zunehmend größere Lücken in den Belegschaften. Fachkräfte werden knapper.“
Dass der NRW- Die Nachfrage der Wirtschaft und der Verwaltungen in NRW entwickelte sich positiv. Im Laufe des Julis wurden knapp 43.000 neue freie Arbeitsplätze gemeldet, 5.600 (+ 15 Prozent) mehr als im Juni und 11.150 (+ 35 Prozent) mehr als vor einem Jahr. 80.800 freie Arbeitsplätze waren landesweit am Monatsende noch zu besetzen, 18.030 oder 29 Prozent mehr als im Juli 2009.
Die Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik aktivieren Arbeitslose, unterstützen deren Arbeitsuche, erhöhen die Qualifikation und damit die Chancen auf eine Beschäftigung. Arbeitslose, die von solchen Angeboten profitieren, gelten nicht als arbeitslos. Im Juli nahmen 77.450 Arbeitslose an diesen Trainings teil und entlasteten in gleicher Höhe die ausgewiesene Arbeitslosenzahl. Gegenüber dem Juni waren das 3.980 Personen weniger.
Auch die Kurzarbeit bleibt eine tragfähige Stütze des Arbeitsmarktes. Der Einsatz in den Betrieben ist mit verbesserter Auslastung erfreulicherweise rückläufig. Im Juli meldeten noch etwa 400 Betriebe Kurzarbeit für etwa 3.400 – 3.700 Personen an. Im März dieses Jahres waren landesweit noch 141.700 Beschäftigte in 11.950 Unternehmen in Kurzarbeit. Bei einem durchschnittlichen Arbeitsausfall von knapp einem Drittel ist von knapp 46.000 durch Kurzarbeit gesicherten Arbeitsplätzen in NRW auszugehen.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit konzentrierte sich auf den Versicherungsbereich. Hier stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Juni um 11.900 oder 5, 6 Prozent auf 223.700 im Juli. Fast in gleicher Größe stieg die Zahl jüngerer Arbeitsloser (+ 11.660 auf 38.310). Die verbesserte Arbeitsmarktsituation im Vergleich zum Vorjahresmonat spiegelt sich in erster Linie im Versicherungsbereich wieder: Im Juli diesen Jahres lag hier die Arbeitslosenzahl um fast 39.000 oder knapp 15 Prozent niedriger.
In der Grundsicherung erhöhte sich die Zahl dagegen nur um rund 1.000 auf 563.650. Unter dem Strich ging der Zuwachs auch zu Lasten Jüngerer, insbesondere zwischen 15 und unter 20 Jahren. Aufgrund der besonderen Problemlagen vieler Arbeitsloser in der Grundsicherung folgt die Arbeitslosigkeit hier nicht unmittelbar der konjunkturellen Entwicklung. Auch deshalb liegt die Gesamtzahl trotz der unerwartet günstigen Entwicklung der vergangenen Monate lediglich um 3.900 oder 0, 7 Prozent unter dem Stand des Vorjahres.
Der Arbeitsmarkt entwickelte sich in den Regionen des Landes ähnlich: Moderate Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Juni, kräftige Rückgänge gegenüber dem Vorjahr. Die Verbesserungen gegenüber dem Juli 2009 sind nach wie vor in den Landesteilen besonders ausgeprägt, die seit dem Oktober 2008 einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit hinnehmen mussten.
Im Münsterland lag die Arbeitslosigkeit im Juli um gut 10 Prozent unter der des Vorjahres. Im Bergischen Land- Die Spanne der Arbeitslosigkeit bleibt konstant. Im Vergleich zur Quote von 5, 2 Prozent im Münsterland zeigen 11, 6 Prozent im Ruhrgebiet die deutlich ungünstigere Verfassung des Arbeitsmarktes.
Entsprechend weisen mit Coesfeld/