Erfolgreiche Ausbildungsplatzbörse Iserlohn 2010
"Iserlohn. Genau 2341 Kontakte mit Schülern verzeichneten am Donnerstag die 36 Firmen bei der 3. Iserlohner Ausbildungsplatzbörse, die erstmals im Parktheater stattfand.
Ein Drittel der Kontakte fiel in die ersten drei Stunden am Vormittag, als die Jugendliche gezielt Kurzvorstellungsgespräche mit potenziellen Arbeitgebern führen konnten. „Dabei wurden 285 Bewerbungen abgegeben“, freute sich Organisator Georg Christophery, der am Abend von insgesamt 1200 Besuchern ausging.
Zufriedene Gesichter hatte es schon am Mittag gegeben, als der Schirmherr der Börse, Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, einen Rundgang machte und anschließend eine erste Zwischenbilanz zog, und zwar gemeinsam mit Gebrüder-Nolte-Chefin Petra Pientka, die die Börse vor drei Jahren maßgeblich initiiert hatte, Werner Sülberg, Geschäftsführer des Märkischen Arbeitgeberverbandes, Michael Stechele, dem Chef der Agentur für Arbeit, sowie Thomas Junge und Thomas Haude von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW), die ab dem kommenden Jahr federführend die Organisation übernehmen wird.

„Die Riesen-Resonanz, die wirklich interessierten Schüler und die Tatsache, dass hier permanent Gespräche geführt werden, sind eine Bestätigung, dass wir das auch für das nächste Jahr wieder so angehen werden“, sagte Dr. Ahrens und ergänzte: „Denn es ist wirklich eine unglaubliche Chance für die Schüler, aber auch für die Firmen.“ Der Schirmherr hatte zuvor noch einmal daran erinnert, dass die Börse in diesem Jahr „fast auf der Kippe stand“ und erst nach einem organisatorischen Kraftakt seitens der Kompetenzagentur und mit Unterstützung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung in wenigen Wochen doch noch realisiert werden konnte. Ein bisschen Kritik musste der Bürgermeister aber auch üben. So habe er beim Rundgang erfahren, dass in den Schulen noch mehr auf die Börse vorbereitet werden müsste.
Zufriedene Gesichter gab es schon am Mittag bei den Initiatoren und Organisatoren der Ausbildungsplatzbörse im Parktheater. Foto: Josef Wronski

Das konnte auch Burgtec-Geschäftsführer Volker Burghoff bestätigen: „Entweder ist ein Teil der Schüler nicht richtig informiert worden oder es ist bei ihnen nicht angekommen.“ Von einem habe er auf jeden Fall gehört, dass er erst am Vortag von seinem Lehrer auf die Börse aufmerksam gemacht wurde. Dabei biete die Veranstaltung die einzigartige Möglichkeit, „auf Augenhöhe mit den Entscheidern aus den Firmen zusammen zu kommen“. Dass viele seiner Kollegen persönlich am Vormittag für Gespräche zur Verfügung standen, unterstreiche den hohen Stellenwert der Börse. „Die gleiche Professionalität müssen wir dann aber auch auf der anderen Seite erwarten dürfen“, sagte Burghoff. Insgesamt hätten von den elf Bewerbern, die am Donnerstag für die zwei 2011 bei dem Dreh- und Frästeile-Hersteller zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze vorsprachen, nur sechs eine Bewerbungsmappe mitgebracht. Gerade für Schüler mit nicht so guten schulischen Leistungen sei die Börse eine Chance, wie Burghoff selber feststellte: Ein Jugendlicher mit Migrationshintergrund, dessen Bewerbung von der Papierform her sonst beim rein schriftlichen Kontakt wohl auf dem Absage-Stapel gelandet wäre, habe ihn im persönlichen Gespräch überzeugt.
Gebrüder-Nolte-Chefin Petra Pientka hatte eigens einen Bewertungszettel entworfen, auf dem ihre Mitarbeiter am Stand den ersten Eindruck von den Bewerbern nach dem Gespräch schriftlich festhielten. „Das berücksichtigen wir bei der Sichtung der Bewerbungsunterlagen“, sagte die Geschäftsführerin, die im kommenden Jahr je sechs kaufmännische und gewerblich-technische Ausbildungsplätze anbietet. Wie andere Firmen auch setzte Petra Pientka im Messe-Teil der Börse am Nachmittag auf die eigenen Auszubildenden Mariangela Lombardo und Mirco Remus, um den Schülern Infos aus erster Hand zu geben, was viele gerne nutzten. Den Appell der Nolte-Chefin an andere Firmen, zur Nachwuchsgewinnung noch aktiver in die Schulen zu gehen, griff Werner Sülberg gerne auf. Die im Märkischen Arbeitgeberverband vertretenen Firmen stünden dafür zur Verfügung, es bedürfe jedoch „einer Bündelung und Koordinierung“. Dieser Aufgabe, so kündigte Thomas Junge an, wolle sich die GfW künftig ebenso wie der Organisation der Börse annehmen. Alle Bemühungen hätten das Ziel, dass die Firmen genügend Fachkräfte haben. Das sei, so Arbeitsagentur-Chef Michael Stechele mit Blick auf den demografischen Wandel, eine Herausforderung, die gemeistert werden müsse, um „die Region zukunftsfähig zu machen“." (IKZ v. 24.09.2010)
Mehr als 1.200 Schüler und Eltern nutzen das umfangreiche Informationsangebot der Firmen und Institutionen.
Quelle: Iserlohner Kreisanzeiger / GfW