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Arbeitslosenzahl in NRW sinkt im Oktober um 2,2 Prozent auf gut 735.600

Arbeitslosenzahl auf Zweijahrestief

Der NRW-Arbeitsmarkt erholt sich weiterhin. Von dem Rückgang der Arbeitslosigkeit quer durch alle Landesteile profitieren erneut jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren und Arbeitslose in der Arbeitslosenversicherung. An älteren Arbeitslosen hingegen geht der Aufschwung bisher noch weitgehend vorbei.

Die Zahl der Arbeitslosen in NRW sank in allen Regionen zum dritten Mal in Folge. NRW-weit waren im Oktober 735.624 Menschen arbeitslos gemeldet, 2, 2 Prozent oder 16.916 Personen weniger als im September und 48.691 oder 6, 2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dies ist der niedrigste Wert seit Dezember 2008. Die Arbeitslosenquote wies auch in diesem Monat – geprägt von saisonalen Effekten wie der einsetzenden Herbstbelebung und den positiven konjunkturellen Aussichten auf dem NRW Arbeitsmarkt – klar nach unten. Sie lag im Oktober bei 8, 2 Prozent, das waren 0, 2 Prozentpunkte weniger als im September und 0, 5 Prozentpunkte unter dem Vorjahres-Vergleichswert. Die Unternehmen in NRW stellen weiterhin ein, der Arbeitskräftebedarf der Wirtschaft zeigt sich insbesondere in einem steigenden Stellenangebot, das zurzeit bei 84.715 den Arbeitsagenturen in NRW gemeldeten Stellen und damit gut ein Drittel über dem Vorjahreswert liegt.

„Auch die guten Zahlen vom Ausbildungsmarkt, die wir vor zwei Tagen vorgestellt haben, zeigen deutlich, dass die Wirtschaft vor allem Auszubildende und junge Nachwuchskräfte einstellt – doch das wird perspektivisch nicht reichen.“, kommentierte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, Christiane Schönefeld, die Situation bei der Vorstellung der aktuellen Arbeitsmarktdaten am Donnerstag (28.10.2010).

„In manchen Berufen, zum Beispiel den metallverarbeitenden Berufen wie Dreher und Fräser, in den Elektroberufen, bei den Rohrinstallateuren und in den Gesundheits- und Erziehungsberufen, erleben wir schon jetzt eine Mangelsituation. Der Fachkräftebedarf steigt weiter und wird nicht mehr allein durch gut ausgebildete, aber noch unerfahrene, junge Arbeitnehmer ausgeglichen werden können. Wir müssen unseren Blick jetzt auf das gesamte Arbeitskräftepotenzial erweitern. Dazu gehören auch und vor allem die älteren Arbeitslosen, die bisher vom wirtschaftlichen Aufschwung zu wenig profitieren. Keine Arbeitskraft darf uns mehr verloren gehen, wenn wir in NRW wettbewerbsfähig bleiben und unser Land wirtschaftlich zukunftssicher gestalten wollen.“

Zur optimalen Ressourcennutzung gehören nach Überzeugung von Schönefeld neben der passgenauen Qualifizierung von Arbeitslosen sowie Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Betrieb auch die stärkere Nutzung des vorhandenen Fachkräftepotenzials unter den Alleinerziehenden. Hier zeige sich der Arbeitsmarkt noch zu unbeweglich. „Etwa ein Drittel der alleinerziehenden Mütter und Väter haben eine abgeschlossene Berufsausbildung“, so Schönefeld weiter. „Diese Fachkompetenz nicht abzurufen, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle, wird sich künftig kaum ein Unternehmen noch leisten können.“

Wie bereits im Vormonat spürten insbesondere die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren die positiven Auswirkungen der anziehenden Wirtschaft. Auch im Oktober stellten Unternehmen noch Auszubildende ein, vor allem aber begannen viele junge Ausgebildete, die im Sommer ihre Lehre beendet hatten, eine Anschlussbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote bei den Jüngeren sank demnach NRW-weit unter 7 Prozent (von 7, 7% auf 6, 9%) und fiel damit erstmals wieder auf den Stand der beginnenden der Wirtschafts- und Finanzkrise im Dezember 2008.

Der Beschäftigungsaufbau in NRW hielt weiterhin an. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in NRW stieg im August 2010 weiter: Danach übten im August diesen Jahres 5.895.700 Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus, 77.100 oder 1, 3 Prozent mehr als noch im Juli 2010, der durch die Sommerferien und auslaufende Ausbildungsverhältnisse gekennzeichnet war. Innerhalb eines Jahres stieg die Beschäftigung damit um knapp 67.000 Personen an.

Die Arbeitskräftenachfrage erhöhte sich im abgelaufenen Monat moderat um 714 Stellen auf 84.715. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Stellen um gut ein Drittel gestiegen. Erfreulich ist das sich verbessernde Angebot an unbefristeten Stellen, das NRW-weit innerhalb eines Monats um knapp 782 Angebote angewachsen ist. Besonders deutlich zeigt sich der Trend der Wirtschaft, Arbeitskräfte wieder langfristig binden zu wollen, im Vergleich mit dem Vorjahr: So lag die Zahl der gemeldeten unbefristeten Stellen vor einem Jahr um knapp 38 Prozent niedriger. Knapp ein Fünftel der angebotenen Stellen waren im Oktober Teilzeitstellen.

Insgesamt hat die Nachfrage der Wirtschaft annähernd wieder damit wieder das Niveau erreicht, welches vor der Wirtschaftskrise herrschte. Zur schnellen Erholung beigetragen hat insbesondere die Nachfrage durch die Zeitarbeit. Gut jede dritte gemeldete Arbeitsstelle am ersten Arbeitsmarkt kommt derzeit aus dieser Branche. Aber auch im Einzelhandel, im Bausektor, in der Gastronomie, oder im Gesundheits- und Sozialwesen werden aktuell zahlreiche Beschäftigte gesucht.

Insgesamt profitieren alle Landesteile von den guten Konjunkturaussichten und dem deutlich nach oben korrigierten Wirtschaftswachstum.

Im Münsterland sank die Arbeitslosenzahl nochmals deutlich um 3, 8 Prozent auf aktuell 39.620 Personen. Die Arbeitslosenquote sank um 0, 2 Prozentpunkte auf 4, 8 Prozent. Im Rheinland reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen hingegen lediglich um 1, 6 Prozent und damit im Landesvergleich unterproportional. Die Arbeitslosenquote lag hier bei 7, 9 Prozent. Zum wiederholten Mal weist der Bezirk Coesfeld/Borken mit einer Arbeitslosenquote von 4 Prozent (-0, 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat) die günstigste Situation auf dem Arbeitsmarkt aus, Schlusslicht in NRW bleibt Duisburg mit 12, 7 Prozent. Allerdings profitiert auch die Ruhrgebietsstadt vom landesweiten Aufwärtstrend – die Arbeitslosenquote sinkt erstmals in diesem Jahr unter 13 Prozent.

Noch immer profitieren verstärkt die Kurzzeit-Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung von der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der steigenden Arbeitskräftenachfrage. Innerhalb eines Monats sank ihre Zahl um 7.038 oder 3, 5 Prozent auf 196.767 und lag damit auf Vorkrisenniveau. Die insgesamt günstigen Rahmenbedingungen erreichen aber inzwischen auch die Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung bei den Jobcentern und den kommunalen Trägern. Landesweit ging im Oktober die Arbeitslosenzahl in der Grundsicherung im Vergleich zum Vormonat um 9.878 Personen oder 1, 8 Prozent zurück.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit
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