Mütter machen sich eher selbstständig als kinderlose Frauen
Frauen mit Kindern entscheiden sich häufiger für die Selbstständigkeit als kinderlose Frauen. Dies hat eine Auswertung internationaler Daten am Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik der Universität Münster ergeben.
Das fast 90-seitige Arbeitspapier "Berufliche Selbstständigkeit als Strategie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie?" dokumentiert erstmals den Forschungsstand zum Einfluss von Kindern auf die Gründungsneigung von Frauen. Vor allem Mütter mit jüngeren Kindern sind laut der Sekundäranalyse des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik (FFP) häufiger selbstständig als kinderlose Frauen. So kamen Untersuchungen in Deutschland zu dem Ergebnis, dass selbstständige Frauen bis zu 50 Prozent häufiger Kinder im Alter unter 14 Jahren betreuen als abhängig beschäftigte. Insbesondere bei Müttern von Säuglingen und Kleinkindern im Alter von bis zu drei Jahren stellten die Autorin und der Autor der Studie eine hohe Neigung zur Existenzgründung fest. Ähnliche Befunde gab es auch in anderen Ländern.
Autonomie über Arbeitszeit und -ort
Ob die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein zentrales Motiv für Frauen ist, sich selbstständig zu machen, konnte anhand der ausgewerteten Forschungen nicht eindeutig beantwortet werden. Genannt werden hier auch der Wunsch nach Unabhängigkeit, Karriereambitionen oder die Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Hier sehen die Autorin und der Autor der Studie weiteren Forschungsbedarf. Die Literaturanalyse ergab zudem, dass die berufliche Selbständigkeit ebenso wie die abhängige Beschäftigung Herausforderungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt. Selbstständige Mütter sind in ihrer doppelten Rolle als Mutter und Existenzgründerin gefangen und erfahren insbesondere im Haushalt von ihren Partnern kaum Unterstützung. Sie weisen aber ein höheres Maß an Autonomie über Arbeitszeit und- ort auf als abhängig beschäftigte Frauen.
Für die Auswertung wurden rund 90 Studien aus den Jahren 1982 bis 2010 herangezogen, die in Europa, den USA und Australien durchgeführt worden sind.
Download des Arbeitspapiers (PDF-Datei)
Quelle: G.I.B. Newsletter Nr. 218/www.frauennrw.de