07.01.16 Entlastung bei Buchführung und Statistik

BMWi - eMagazin:

"Entlastung bei Buchführung und Statistik

Das Bürokratieentlastungsgesetz wurde am 28. Juli 2015 verabschiedet und bietet Gründerinnen, Gründern sowie kleinen und mittleren Unternehmen ab dem nächsten Jahr eine Reihe von Vorteilen.

Neue Buchführungsgrenzen
Gewerbetreibende, die eine bestimmte Gewinn- oder Umsatzhöhe erzielen, sind zur doppelten Buchführung verpflichtet. Ab 1. Januar 2016 werden diese Buchführungsgrenzen erhöht. Die Pflicht zur doppelten Buchführung gilt dann für Selbständige mit

• Umsätzen von mehr als 600.000 Euro (bisher 500.000) im Kalenderjahr oder
• Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 60.000 Euro (bisher 50.000 Euro)

Die neuen Buchführungsgrenzen werden auf Gewinne und Umsätze angewandt, die in den Wirtschaftsjahren nach dem 31. Dezember 2015 erzielt werden. Betriebe, die unter diesen Grenzbeträgen liegen, können ihren Gewinn daher zukünftig alternativ über die einfachere und kostengünstigere Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln.

Hinweis: Die Grenze von 500.000 Euro bei der Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten („Ist-Versteuerung") bleibt unverändert.

Neu: Befreiung von Berichtspflichten
Gewerbliche Gründerinnen und Gründer sind im Jahr der Gründung von den Meldepflichten zu verschiedenen Wirtschaftsstatistiken (z.B. Handelsstatistik) sowie der Umweltstatistik befreit. In den beiden Folgejahren gilt die Meldepflicht nur dann, wenn der Jahresumsatz von 800.000 Euro überschritten wird. Freiberufler unterliegen nicht der Meldepflicht.

Anhebung der Pauschalierungsgrenze für kurzfristig Beschäftigte
Unternehmerinnen und Unternehmer, die Aushilfen beschäftigen, wenden in der Regel die Lohnsteuerpauschalierung an. Sie beträgt 25 Prozent des Arbeitslohns. Auf Grund des Mindestlohns wird die tägliche Verdienstgrenze für die Lohnsteuerpauschalierung von 62 auf 68 Euro (8,50 Euro für acht Arbeitsstunden) angehoben. Mit dieser Anhebung kann auch weiterhin die Lohnsteuer mit 25 Prozent des Arbeitslohns pauschal für Aushilfen angewandt werden."

 

Quelle: BMWi - eMagazin - Dezember 2015