29.04.2021 Der NRW-Ausbildungsmarkt im April

Pressemitteilung von Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 29.04.2021

 

"Pressemitteilung Nr. 13 / 2021 – 29. April 2021

Der NRW-Ausbildungsmarkt im April
Vielen Branchen fehlen Bewerberinnen und Bewerber

Die Corona-Pandemie stellt den Ausbildungsmarkt in NRW weiterhin vor besondere Herausforderungen. So wurden von Unternehmen landesweit 88.670 Ausbildungsplätze gemeldet, 4.298 oder 4,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gesunken ist auch die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber. Bis Ende April meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit 86.101 junge Menschen – 7.259 oder 7,8 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Für junge Menschen sind die Aussichten auf eine Ausbildung in vielen Wunschberufen gerade jetzt besonders gut, ist Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in NRW, überzeugt.

„Gerade jetzt lohnt es sich, sich aktiv für eine Ausbildung zu interessieren, sich beraten zu lassen und zu bewerben“ sagte Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „In vielen Branchen fehlen Bewerberinnen und Bewerber, es gibt noch viele freie Angebote, viele Unternehmen suchen händeringend nach Azubis, da sie wissen, dass ihnen schon in naher Zukunft der Nachwuchs an Fachkräften fehlen wird“.

Für die jungen Menschen sei die aktuelle Situation nicht leicht, sagte Withake weiter. „Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie und den daraus folgenden neuen Bedingungen an den Schulen denken viele an ihre Zukunft und konzentrieren sich gezielt darauf, mit einem guten Abschluss auch eine gute Zukunftsperspektive zu erreichen. Um sie dabei individuell zu unterstützen, bieten die Agenturen für Arbeit die Möglichkeit der Beratung – insbesondere durch Video-Chats an. Außerdem gibt es viele weitere digitale Angebote zur Orientierung.“

Jugendlichen rät der Ausbildungsmarktexperte, ihre Berufsberatung in der Agentur für Arbeit anzusprechen: „Unsere Kolleginnen und Kollegen kennen sich bestens aus und beraten gerade jetzt, zum Beginn der heißen Phase am Ausbildungsmarkt – auch, wenn man noch unentschlossen ist. Wichtig ist uns, dass alle jungen Erwachsenen ihre individuelle Chance für einen guten Start in ihre berufliche Zukunft erhalten. Dabei werden wir Jede und Jeden nach Kräften unterstützen und greifen auf hervorragende örtliche Netzwerke zurück.“

Mit Blick auf die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in NRW sagte Withake, angesichts der Pandemie fiele es einigen Unternehmen schwerer, eine Entscheidung pro Ausbildung zu treffen. „Im Einzelfall sind ganz unterschiedliche Abwägungen zu treffen. Deshalb gibt es auch für Unternehmen vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten wie zum Beispiel das Bundesprogramm Ausbildungsplätze sichern. Grundsätzlich, glaube ich, lohnt es sich gerade jetzt, sich für die Ausbildung zu entscheiden. Nach der Pandemie werden die Engpässe bei den Fachkräften weiter zunehmen. Wer jetzt in die Ausbildung investiert, der investiert zugleich in seine Fachkräfte von morgen.“

Der Ausbildungsmarkt in Zahlen – Rückgänge in allen Regionen
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze ist im April landesweit im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent oder 4.298 Ausbildungsstellen zurückgegangen. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf einen Ausbildungsplatz deutlich zurück. So meldeten sich bis Ende April 86.101 junge Menschen mit Interesse an einer dualen Berufsausbildung bei den Jobcentern und Agenturen für Arbeit. Das waren 7.259 Personen oder 7,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Den stärksten Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen gab es im Vergleich prozentual in Südwestfalen mit einem Minus von 9,2 Prozent. Dort wurden bis Ende April 8.841 Stellen gemeldet – 901 weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Den geringsten Rückgang gab es im Münsterland. Hier wurden mit 10.670 Ausbildungsplätzen bis Ende April 2,3 Prozent oder 245 Stellen weniger als vor einem Jahr gemeldet.

Bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern gibt es auch große Unterschiede zwischen den Arbeitsmarktregionen in NRW. Den stärksten Rückgang gab es in Südwestfalen, wo sich im laufenden Vermittlungsjahr mit 5.978 Bewerberinnen und Bewerbern 1.031 Jugendliche oder 14,7 Prozent weniger für eine Ausbildung meldeten als vor zwölf Monaten. Auch das Münsterland hat einen deutlichen Rückgang bei Bewerberinnen und Bewerbern – um 12,8 Prozent oder 1.053 Jugendliche auf 7.182 Interessenten für eine duale Berufsausbildung. Den geringsten Rückgang meldete im April das Ruhrgebiet: Hier möchten 25.738 junge Menschen eine Ausbildung beginnen – 532 oder 2,0 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Bei den unbesetzten Ausbildungsstellen gab es im Vergleich zum Vorjahr bis Ende April einen Rückgang um 5.266 Stellen oder 9,6 Prozent. Landesweit galten damit im April noch 49.577 Ausbildungsstellen als unbesetzt.

Die Zahl der unversorgten Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent oder 4.577 Personen auf 43.216 junge Menschen zurückgegangen. Rechnet man die Jugendlichen hinzu, die zwar noch keinen Ausbildungsplatz finden konnten, dafür aber schon eine Alternative im Blick haben, suchen derzeit noch 52.741 junge Menschen einen Ausbildungsplatz.

Auffällig ist nach wie vor die regionale Verteilung von Ausbildungsangeboten: Landesweit kommen 103 Ausbildungsangebote auf 100 Bewerberinnen und Bewerber. Während im Ruhrgebiet 86 Stellen auf 100 Jugendliche kommen, liegt das Verhältnis in Südwestfalen bei 148 und im Münsterland bei 147 Stellen auf 100 Bewerberinnen und Bewerber.

 

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 Quelle: Pressemitteilung von Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 29.04.2021