09.06.2021 Noch 46.500 Chancen am Ausbildungsmarkt

Pressemitteilung von Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 01.06.2021

 

"Pressemitteilung Nr. 16 / 2021 – 01. Juni 2021

Ausbildungsmarkt: Einen Monat vor dem Start der Ferien noch viele freie Ausbildungsplätze in NRW
Noch 46.500 Chancen am Ausbildungsmarkt


In Nordrhein-Westfalen sind vier Wochen vor dem Beginn der Sommerferien noch 46.394 gemeldete duale Ausbildungsstellen offen. Dem stehen 39.476 Jugendliche gegenüber, die noch keinen Ausbildungsplatz oder eine Alternative gefunden haben. Für die Firmen sind dies rund 40.000 potentielle Fachkräfte von morgen, sagte Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in NRW. Sie suchten händeringend Nachwuchs. Mit vielen lokalen Aktionen informieren die Agenturen für Arbeit intensiv über die rund 46.500 freien Ausbildungsplätze in NRW, beraten junge ausbildungsinteressierte Menschen zu ihren individuellen Chancen und beruflichen Perspektiven und unterstützen sie bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.

"Weniger als einen Monat vor dem Beginn der Sommerferien sind in NRW noch rund 46.500 Ausbildungsstellen frei", sagte Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. "Das sind 46.500 Chancen auf einen individuellen Einstieg ins Berufsleben - gerade auch für junge Menschen, die sich noch nicht für eine Berufsausbildung entschlossen haben. Im August oder September kann man dann schon erfolgreich in den neuen Lebensabschnitt starten."

Zahl der Bewerberinnen und Bewerber stark gesunken
93.107 Ausbildungsstellen wurden bis Ende Mai bei den Agenturen für Arbeit gemeldet. Davon waren Ende des Monats noch 46.394 unbesetzt. Die Auswirkungen der Pandemie auf den Ausbildungsmarkt seien deutlich sichtbar, so Withake: "Im Vergleich zum Vorpandemie-Jahr 2019 wurden in NRW rund 12.500 Ausbildungsplätze oder 11,8 Prozent weniger angeboten. Allerdings sehen wir aktuell, dass mit steigender konjunktureller Erwartung viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber stärker wieder in die Ausbildung investieren wollen - noch in diesem Jahr! Von April auf den Mai sind 4.400 Stellenmeldungen in den Agenturen hinzugekommen - das sind 200 mehr als im Schnitt der Jahre von 2016 bis 2019 für diesen Monat üblich."

Der Rückgang bei den Bewerberinnen und Bewerbern bereitet Withake derzeit größere Sorgen. Bis Ende Mai hatten sich bei den Agenturen für Arbeit 91.149 Jugendliche für eine duale Berufsausbildung gemeldet - 18.962 Jugendliche oder 17,2 Prozent weniger als im Vorpandemie-Jahr 2019. "Die Chancen für junge Menschen waren selten so gut wie derzeit. Doch viele Jugendliche glauben, dass es aufgrund der Pandemie keine Ausbildungsplätze gibt. Das stimmt aber nicht. Die Unternehmen in NRW suchen händeringend Nachwuchs." Das zeigten auch die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt, sagte Withake. Allein im Mai sei die sogenannte Jugendarbeitslosigkeit in NRW um 13,5 Prozent zurückgegangen: "Gerade junge, gut ausgebildete Fachkräfte sind derzeit besonders gesucht am Arbeitsmarkt. Denn: Die Fachkräfteengpässe in NRW waren während der letzten Monate in der Pandemie nicht verschwunden, das Thema wurde in der öffentlichen Wahrnehmung nur durch Corona überlagert. Das ändert sich jetzt wieder und wird auch für uns als Gesellschaft spürbar, wenn es den Unternehmen nicht gelingt, Auszubildende zu finden und zu Fachkräften auszubilden."

#Ausbildungklarmachen - landesweite Aktionen zur Beratung und Vermittlung im Juni in NRW
Deshalb - und weil die Zeit drängt, die Sommerferien bald beginnen, gleichzeitig aber auch viele Unternehmen noch freie Ausbildungsstellen melden, starten die Arbeitsagenturen im Juni in ganz NRW viele unterschiedliche Aktionen rund um Ausbildung:

"Wir wollen allen jungen Menschen ein gutes und leicht zugängliches Angebot machen, sich zu Perspektiven für ihre Zukunft zu informieren. Wir wissen, wie schwierig für die Schülerinnen und Schüler die vergangenen Monate waren und dass sich viele erst einmal auf ihren Abschluss konzentrieren wollten. Deshalb bieten wir den jungen Menschen jetzt ganz intensiv überall in NRW gemeinsam mit unseren Partnern am Ausbildungsmarkt, etwa dem lokalen Handwerk oder der Industrie- und Handelskammer, viele Beratungs- und Vermittlungsaktionen rund um die Ausbildung an. Wir ermöglichen nicht nur eine individuelle Beratung für die jungen Erwachsenen, sondern unterstützen sie zum Beispiel auch bei der Bewerbung bei Ausbildungsbetrieben. Auch unsere Partner beraten und stellen Kontakte her oder bieten vor Ort die Möglichkeit an, über eine Praktikumsaktion noch ein Praktikum, zum Beispiel in den Ferien absolvieren zu können." Ziel sei, so Withake, "wir wollen gemeinsam so viele junge Menschen wie möglich dabei unterstützen, nicht ohne bzw. nicht ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz in die Ferien zu gehen!"

Ausbildungsmarkt NRW - deutliche regionale Unterschiede
Die regionalen Unterschiede am Ausbildungsmarkt in NRW blieben auch im Mai deutlich. In allen Regionen sank die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahr zum Teil deutlich, bei den Ausbildungsstellen fiel der Rückgang unterschiedlich stark aus, in Ostwestfalen-Lippe wurden sogar mehr duale Ausbildungsstellen gemeldet als vor einem Jahr.

Den prozentual deutlichsten Rückgang an Jugendlichen auf Ausbildungsplatzsuche verzeichnete dabei Südwestfalen. Hier ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Prozent oder 992 Jugendliche auf nun 6.274 Jugendliche zurück. 2.518 Jugendliche waren noch unversorgt, hatten noch keinen Ausbildungsplatz oder eine Alternative gefunden. Dem standen 4.595 unbesetzte Ausbildungsplätze im Mai gegenüber. Seit Oktober waren in Südwestfalen 9.193 Ausbildungsplätze gemeldet worden - 758 weniger als vor einem Jahr.

In Ostwestfalen-Lippe gab es im Mai im Vorjahresvergleich ein Plus bei den Ausbildungsplätzen. 12.404 wurden gemeldet - 684 oder 5,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon waren Ende des Monats noch 5.796 unbesetzt. Dem standen 4.933 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. In OWL sank die Zahl aller an einer Ausbildung interessierten Jugendlichen im Jahresvergleich um 852 auf nun 11.726. Auch das Bergische Land vermeldete ein Plus bei den Ausbildungsplätzen - um 63 oder 0,89 Prozent.

Den absolut höchsten Rückgang bei den Bewerberinnen und Bewerbern gab es im Rheinland. Hier haben sich bis Ende Mai 2.336 Jugendliche weniger bei den Agenturen für Arbeit gemeldet als ein Jahr zuvor. Das entsprach einem Rückgang von 7,3 Prozent. Von den insgesamt 29.563 Jugendlichen im Rheinland galten Ende Mai noch 13.453 als unversorgt. Dem standen 14.838 noch unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber. Insgesamt sind seit dem Oktober im Rheinland 29.752 Plätze angeboten worden - 7,0 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Deutlich umgekehrt ist das Verhältnis im Ruhrgebiet. Hier kommen seit Anfang des Vermittlungsjahres im Oktober auf 27.294 Bewerberinnen und Bewerber - das sind 0,8 Prozent oder 230 Personen weniger als vor einem Jahr - 22.985 Angebote von Lehrstellen. Das waren 141 oder 0,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Ruhrgebiet kommen auf 12.292 unversorgte Jugendliche 12.192 unbesetzte Stellen.

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 Quelle: Pressemitteilung von Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 01.06.2021