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31.08.18 NRW-Ausbildungsmarkt im August

Pressemitteilung Nr. 27 / 2018 – 30. August 2018 von Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen

 

"Arbeitsagenturen bieten Ideen und Unterstützung, wie die Ausbildung noch dieses Jahr klargemacht werden kann

Viele freie Lehrstellen zum Start des Ausbildungsjahres

Noch ist viel in Bewegung am NRW-Ausbildungsmarkt: Unternehmen und Betriebe meldeten zum Start des Ausbildungsjahres am 3. September noch 25.942 unbesetzte Stellen. Auch viele Jugendliche sind weiter auf der Suche. Ende August waren noch 22.536 junge Menschen ohne passende Lehrstelle und galten als unversorgt, weitere 13.823 Jugendliche hatten zwar eine Alternative zur Lehrstelle, suchten jedoch weiter aktiv nach einem Ausbildungsplatz. Für Unternehmen und Bewerber bietet der Ausbildungsmarkt noch viele Möglichkeiten, nach den Sommerferien die ersehnte Lehrstelle oder die dringend benötigten Azubis zu finden.

„Am Ausbildungsmarkt beginnt jetzt der Endspurt“, sagte Torsten Withake, Geschäftsführer Arbeitsmarktmanagement der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Die Unternehmen und Betriebe in NRW bieten landesweit noch ein breites und attraktives Angebot an dualen Ausbildungsstellen an. Und es gibt noch eine große Nachfrage von Bewerbern nach diesen Angeboten.“

Der Markt werde noch einmal kräftig in Bewegung kommen, sagte Withake: „Während der Sommerferien ist es am Ausbildungsmarkt erfahrungsgemäß etwas ruhiger. Dafür wird er in den kommenden Wochen umso mehr Fahrt aufnehmen. Worauf es jetzt aber ankommt ist, dass Jugendliche wie Unternehmen schnell agieren und nicht abwarten. Wir empfehlen, zügig Kontakt zu den Agenturen für Arbeit aufzunehmen - jungen Menschen zu ihren Berufsberaterinnen und Berufsberatern und den Arbeitgebern zum jeweiligen Vermittler im Arbeitgeber-Service.“

Bewerberinnen und Bewerber, aber auch Arbeitgeber sollten darüber hinaus auch weiter aufgeschlossen sein, sich überregional zu orientieren. Hierdurch eröffnen sich oftmals ungeahnte Chancen und Möglichkeiten. Neben der Vermittlung bieten die Agenturen für Arbeit auch viele attraktive Förderangebote: „Uns ist es wichtig, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Die Wirtschaft in NRW braucht qualifizierten Nachwuchs. In vielen Berufsfeldern herrschen Fachkräfte-Engpässe vor, in nicht wenigen können wir auch von einem Fachkräftemangel sprechen.“

Die Ausbildung von Fachkräften sei der wichtigste Weg für Unternehmen, langfristig zuverlässige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden: „Wir raten, dabei auch einmal weniger prominente Wege zu probieren“, sagte Withake. Unternehmen können auch jungen Menschen eine Chance einräumen, die zwar das Talent, aber nicht die notwenige Qualifikation mitbringen: „Für diese Jugendliche gibt es attraktive Fördermöglichkeiten, von denen die Unternehmen profitieren können. Unsere Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass dies ein Erfolgsmodell für alle sein kann.“

 

Hohes Qualifikationsniveau der Bewerber
Withake verwies auf das hohe Qualifikationsniveau der unversorgten Bewerber: „Von den rund 23.000 jungen Menschen, die noch unversorgt sind, aber weiterhin einen Ausbildungsplatz suchen, haben 33 Prozent die Mittlere Reife, und fast 37 Prozent mindestens die Fachhochschulreife in der Tasche. Das sind Potentiale, die wir in NRW nutzen müssen. Unternehmen und Betriebe haben also noch alle Chancen, ihren Ausbildungsplatz mit guten und geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen.“

Auf das ganze Jahr gesehen bleibt die Relation von Angebot zu Nachfrage zu Ungunsten der Bewerber. In ganz NRW kamen auf 100 Bewerber nur 86 Stellen. Regional zeigt sich dabei ein sehr unterschiedliches Bild: Im Münsterland gab es mehr Stellen als Bewerber – auf 100 Bewerber kamen 108 Stellen -, in Südwestfalen waren es sogar 116 Stellen, für die rechnerisch 100 Bewerber in Frage kamen. In allen anderen Arbeitsmarktregionen zeigte sich bis Ende August hingegen ein gegenteiliges Bild: Waren es zum Beispiel im Rheinland 90 Stellen auf 100 Bewerber, blieb das Ruhrgebiet trotz eines Stellenzuwachses von 8,6 Prozent Schlusslicht mit 72 Angeboten für 100 Jugendliche.

 

NRW Trend: Mehr Lehrstellenangebote, aber weniger Bewerber
Am Ausbildungsmarkt in NRW haben sich in diesem Jahr bislang 129.746 junge Menschen für einen Ausbildungsplatz interessiert. Das waren 2.951 Personen oder 2,2 Prozent weniger als im vergangenen Vermittlungsjahr. Auf der Gegenseite stieg das Angebot: NRW-Unternehmen meldeten 111.645 Ausbildungsstellen und damit 5.941 oder 5,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Regional fiel dieser doppelte Trend sehr unterschiedlich aus: Prozentual stieg das Lehrstellenangebot am stärksten im Ruhrgebiet, dort um 8,6 Prozent auf insgesamt 26.445 Ausbildungsplätze, sowie im Rheinland mit einem Plus von 7,1 Prozent, das mit 38.464 insgesamt auch die größte Anzahl an Lehrstellenangeboten aufweist. Auf dem dritten Platz der Zuwächse bei den Ausbildungsstellen liegt das Bergische Land, wo die Wirtschaft 9.225 Stellen bis Ende August 4,8 Prozent mehr angeboten hat als im Vorjahr. Die geringste Veränderung gab es in Südwestfalen. Dort bedeuten 11.101 Angebote im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,6 Prozent.

Dem steht gerade in Südwestfalen der stärkste Rückgang bei den Bewerbern entgegen: 9.589 Bewerber bedeuten ein Minus von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den zweitgrößten Rückgang gab es in Ostwestfalen-Lippe, wo sich mit 16.878 Bewerbern 3,0 Prozent weniger Jugendliche für eine duale Berufsausbildung interessierten. Den geringsten Rückgang bei den Bewerbern meldet das Bergische Land: Dort sank die Zahl der Jugendliche, die eine Ausbildung absolvieren wollen, um 0,9 Prozent.

 

Bewerberinnen mit und ohne Alternative suchen noch Lehrstellen
Von den 129.746 Bewerberinnen und Bewerbern, die sich seit Beginn des Vermittlungsjahres im Oktober 2017 bei den Agenturen für Arbeit gemeldet haben, galten im August 2018 noch 22.536 junge Menschen als unversorgt – ein Minus von 1.109 Personen oder 4,7 Prozent. „Unversorgt“ bedeutet, dass sie

  • noch keinen Ausbildungsplatz sicher in der Tasche haben.
    Einen Ausbildungsplatz gefunden hatten bis Ende August 51.883 Personen, 930 mehr als vor einem Jahr.
  • Wer als unversorgt gilt, hat sich noch nicht wieder als Bewerberinnen und Bewerber abgemeldet, zum Beispiel um weiter zur Schule zu gehen, ein Studium oder eine gemeinnützige Beschäftigung aufzunehmen. Das hatten bis Ende August 41.504 junge Menschen – 2.477 Personen oder 5,6 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.
  • Andere Jugendliche haben hingegen eine Alternative zu einem Ausbildungsplatz, etwa die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu erwerben oder ein Studium aufzunehmen, behalten aber ihre Priorität bei, eine duale Berufsausbildung antreten zu wollen. Im August galten 13.823 Bewerberinnen und Bewerber als „Bewerber mit Alternative“.
  • Unversorgte Bewerber und solche mit Alternative zusammen genommen, gab es demnach am Ausbildungsmarkt 36.359 junge Menschen, die noch in diesem Sommer mit einer Ausbildung beginnen möchten.

Ausbildung statt Ausreden – Kampagne der BA zum Endspurt am Ausbildungsmarkt
Unter dem Titel „# AusbildungKlarmachen - Ausbildung statt Ausreden“ sprechen die Agenturen für Arbeit in diesen Wochen Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, mit einem provokativen Ton an, der für Aufmerksamkeit sorgen soll.

Sprüche wie „Erst das Vergnügen, dann die Arbeit?“ sind dabei das Mittel der Wahl: „Keine Zeit, keine Motivation, keinen Stift gefunden ... Klar, es gibt unzählige ‚Gründe‘, warum du noch immer keinen Ausbildungsplatz in der Tasche hast. Aber es gibt keinen Grund, sich hängen zu lassen. Noch sind genug Ausbildungsstellen frei, die nur darauf warten, von dir klargemacht zu werden. Und wir unterstützen dich dabei!“

Auf der für mobile Endgeräte optimierten Kampagnen-Seite im Internet erhalten Jugendliche konkrete Unterstützungsangebote, um im Endspurt am Ausbildungsmarkt noch den Sprung in die Ausbildung zu schaffen. Weiter finden Jugendliche hier Tipps zum Schreiben von Bewerbungen, Planen von Vorstellungsgesprächen und für die selbständige Suche nach Ausbildungsangeboten. Wer möchte, kann sich hier auch über die Agenturen für Arbeit kurzfristig für konkrete Trainings anmelden.

Zusätzliche Informationen erhalten Sie auf der Kampagnen-Seite # AusbildungKlarmachen der Bundesagentur für Arbeit.

(...)"

 

 Quelle: Pressemitteilung Nr. 27 / 2018 – 30. August 2018 von Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen


30.08.18 Zahl der Studienanfänger in NRW binnen zehn Jahren um zwei Drittel gestiegen - erstmals mehr Frauen als Männer

Pressemitteilung von IT.NRW vom 16.08.18

 

"Zahl der Studienanfänger in NRW binnen zehn Jahren um zwei Drittel gestiegen - erstmals mehr Frauen als Männer

Düsseldorf (IT.NRW). Die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger war in Nordrhein-Westfalen im Studienjahr 2016 mit 124 481 um 66,7 Prozent höher als 2006 (damals: 74 694). Wie Information und Technik als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, schrieben sich 2016 erstmals mehr Frauen (62 794) als Männer (61 687) an einer NRW-Hochschule ein. Zwischen 2006 und 2016 erhöhte sich der Frauenanteil unter den Studierenden im ersten Hochschulsemester um 1,8 Prozentpunkte; allein in den letzten vier Jahren betrug der Anstieg 1,4 Prozentpunkte.

Im Verlauf der letzten zehn Jahre starteten die neuen Studierenden immer jünger ins Studium: Während 2006 nahezu jede(r) zweite Studienanfänger/in im Alter von 20 oder 21 Jahren (Frauen 44,2 und Männer 44,5 Prozent) mit einem Studium begann, starteten in den letzten Jahren immer mehr jüngere Menschen ihre Hochschulkarriere, sodass im Studienjahr 2016 nur noch 28,1 Prozent der Frauen und 26,7 Prozent der Männer 20 oder 21 Jahre waren.

Auch der wachsende Zustrom von Bildungsausländern, die zum Studium nach Nordrhein-Westfalen kamen, hat sich auf die Anfängerzahlen ausgewirkt: Der Anteil dieser Personengruppe an allen Studienanfängern hat sich von 12,8 Prozent im Jahr 2006 auf 15,6 Prozent im Jahr 2016 erhöht. Insbesondere Menschen mit chinesischer (11,0 Prozent) und indischer Staatsbürgerschaft (5,9 Prozent) schrieben sich an den nordrhein-westfälischen Hochschulen ein.

Diese und weitere interessante Ergebnisse zu diesem Thema haben die Statistiker jetzt in der Reihe Statistik kompakt unter dem Titel "Mehr Studierende in NRW: Welche Personengruppen profitieren davon?" veröffentlicht. (IT.NRW)

(230 / 18) Düsseldorf, den 16. August 2018

Statistik kompakt: „Mehr Studierende in NRW: Welche Personengruppen
profitieren davon? ” [1]

 

[1] https://webshop.it.nrw.de/details.php?id=21838"

 

 Quelle: Pressemitteilung von IT.NRW vom 16.08.18

24.08.18 763 765 Studierende an NRW-Hochschulen im Wintersemester 2017/18

Pressemitteilung von IT.NRW vom 02.08.18

 

"763 765 Studierende an NRW-Hochschulen im Wintersemester 2017/18

Düsseldorf (IT.NRW). Im Wintersemester 2017/18 waren an den nordrhein-westfälischen Hochschulen 763 765 Studierende eingeschrieben. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, waren das 0,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (768 353). Im Wintersemester 2016/17 hatte es noch einen Anstieg um 3,1 Prozent gegeben.

Der Rückgang geht auch auf die Novellierung des Hochschulstatistikgesetzes vom 2. März 2016 zurück: Bei einzelnen Hochschulen wurden die Daten für deren Standorte bislang am Hauptsitz gezählt, künftig sind diese verpflichtend im jeweiligen Bundesland zu melden. Auch die Zahl der Studienanfänger ist von dieser Änderung betroffen. Im Wintersemester 2017/18 schrieben sich 104 521 Personen im ersten Hochschulsemester ein; das waren 1,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der Frauenanteil bei den Studierenden lag im Wintersemester 2017/18 bei 47,8 Prozent(364 861 Studentinnen) und war damit um 0,3 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor (Wintersemester 2016/17: 47,5 Prozent).

Die Fernuniversität Hagen ist mit 64 360 Studierenden weiterhin die größte Hochschule in NRW. Auf den weiteren Plätzen folgten die Universität Köln (51 686 Studierende) und die Technische Hochschule Aachen (45 282 Studierende). (IT.NRW)

(219 / 18) Düsseldorf, den 2. August 2018

Weitere Informationen:
Studierende und Studienanfänger/-innen an Hochschulen in NRW im Wintersemester 2017/2018
https://www.it.nrw/atom/5483/direct"

 

 Quelle: Pressemitteilung von IT.NRW vom 02.08.18

28.08.18 Umsätze der NRW-Industrie im ersten Halbjahr 2018 um vier Prozent höher als ein Jahr zuvor

Pressemitteilung von IT.NRW vom 14.08.18

 

"Umsätze der NRW-Industrie im ersten Halbjahr 2018 um vier Prozent höher als ein Jahr zuvor

Düsseldorf (IT. NRW). Die nordrhein-westfälischen Industriebetriebe erwirtschafteten in den ersten sechs Monaten des Jahres mit 166,3 Milliarden Euro einen um 4,0 Prozent höheren Umsatz als im ersten Halbjahr 2017. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, stiegen dabei sowohl die Inlandsumsätze (+3,9 Prozent) als auch das Auslandsgeschäft (+4,2 Prozent).

Den größten Anteil am Gesamtumsatz hatte im ersten Halbjahr der Maschinenbau mit 21,9 Milliarden Euro (+6,0 Prozent gegenüber 2017), gefolgt von den Herstellern von chemischen Erzeugnissen (21,8 Mrd. Euro; +2,8 Prozent) und der Metallerzeugung und -bearbeitung (21,7 Mrd. Euro; +8,4 Prozent). Weitere bedeutende Wirtschaftszweige in NRW waren die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (17,8 Mrd. Euro; +4,1 Prozent), die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (15,3 Mrd. Euro; -1,8 Prozent) sowie die Herstellung von Metallerzeugnissen (14,5 Mrd. Euro; +1,4 Prozent).

In den ersten sechs Monaten des Jahres verzeichneten die 5 153 in Nordrhein-Westfalen erfassten Industriebetriebe durchschnittlich 1 083 900 Beschäftigte, 22 000 mehr als im ersten Halbjahr 2017. Beschäftigungsstärkste Branche war mit 182 000 Personen der Maschinenbau (+6 100). Weitere 140 400 Personen (+1 600) waren im Bereich der Herstellung von Metallerzeugnissen und 103 300 (+1 800) in der Metallerzeugung und -bearbeitung beschäftigt.

Die Angaben beziehen sich auf Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes und des Bergbaus sowie der Gewinnung von Steinen und Erden mit 50 oder mehr tätigen Personen. Kleinere Betriebe werden nur einmal jährlich befragt. (IT.NRW)

(227 / 18) Düsseldorf, den 14. August 2018

Weitere Informationen:
Betriebe, Beschäftigte und Umsätze der Industrie in NRW 1. Halbjahr 2018
(Kreisergebnisse)
https://www.it.nrw/atom/5607/direct"

 

 Quelle: Pressemitteilung von IT.NRW vom 14.08.18

23.08.18 Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im August 2018

BMWi-Pressemitteilungen vom 14.08.18:

 

"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im August 2018

  • Die deutsche Konjunktur zeigt sich trotz außenwirtschaftlicher Unwägbarkeiten robust. Der Aufschwung setzt sich im Zuge binnenwirtschaftlicher Impulse und einer stärkeren Investitionstätigkeit im zweiten Quartal leicht beschleunigt fort.
  • Das Produzierende Gewerbe hat seine Erzeugung im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal ausgeweitet. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe waren zwar rückläufig, der Auftragsbestand ist aber weiterhin sehr hoch. Das Baugewerbe befindet sich in der Hochkonjunktur.
  • Die Entwicklung von Beschäftigung, Einkommen und Konsumnachfrage der privaten Haushalte bleibt aufwärtsgerichtet. Auch die Stimmung im Handel ist gut, die Geschäftserwartungen wurden aber deutlich korrigiert.
  • Die Erwerbstätigkeit steigt in weiten Teilen der Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit sinkt in der Tendenz weiter. Die Stärkung strukturschwacher Gebiete und die Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit bleiben Herausforderungen.

Die deutsche Konjunktur hat sich im zweiten Quartal etwas belebt. [1] Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich um 0,5 % gegenüber dem Vorquartal. [2] Auch die Konjunktur im ersten Quartal war mit einem leicht aufwärts revidierten Zuwachs des BIP um 0,4 % etwas stärker als zunächst gemeldet. Der Aufschwung setzt sich demnach fort. Seine Dynamik ist trotz der gestiegenen Unwägbarkeiten im außenwirtschaftlichen Umfeld nur wenig geringer als im Jahr 2017. Die weltweit erhöhte Unsicherheit beeinträchtigt allerdings gegenwärtig die Nachfrage nach deutschen Exporten sowie die heimische Investitionsneigung. Gewichtige binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte sind aber unverändert wirksam. Die Beschäftigung, die Einkommen sowie die private und staatliche Konsumnachfrage steigen. Die Konjunktur in den überwiegend binnenwirtschaftlich ausgerichteten Dienstleistungsbereichen läuft gut, dies dokumentiert auch der Beschäftigungsaufbau. Die Bauwirtschaft läuft auf hohen Touren und die Industrie weitet ihre Produktion trotz der aktuellen Auftragsdelle vorsichtig weiter aus. Die Risiken vor allem im außenwirtschaftlichen Umfeld bleiben allerdings hoch. Dies spiegelt auch das ifo Geschäftsklima für die Gesamtwirtschaft wider. Während die Lagebeurteilung der deutschen Wirtschaft weiterhin stark überdurchschnittlich ausfällt, entsprechen ihre Geschäftserwartungen mittlerweile nur noch dem langjährigen Durchschnitt.

Der Aufschwung der Weltwirtschaft dürfte auch im zweiten Quartal etwas verhaltener verlaufen sein. Hierauf weisen Indikatoren für den globalen Handel und die Industrieproduktion hin. Bei unterschiedlicher Entwicklung in den Schwellenländern beruht die verlangsamte Dynamik der globalen Wirtschaft vor allem auf einem geringeren Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften. Der IHS Markit Global Composite PMI gab im Juli den dritten Monat in Folge nach und der ifo Index zum Weltwirtschaftsklima verschlechterte sich für das dritte Quartal 2018 erneut. Auch der OECD Composite Leading Indicator für die OECD-Staaten, der insbesondere Wendepunkte anzeigen soll, setzte im Juni seinen Ende letzten Jahres einsetzenden Abwärtstrend fort. Die OECD rechnet in ihrer Prognose vom Mai dennoch mit einem Anstieg des Welt-BIP um 3,8 % im Jahr 2018 und um 3,9 % im Jahr 2019.

Die deutschen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen haben zu Jahresbeginn etwas unter dem weniger dynamischen außenwirtschaftlichen Umfeld gelitten. Im Juni gingen die Exporte saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen leicht um 0,3 % zurück. Nach der Stagnation im ersten erhöhten sie sich im zweiten Quartal aber wieder nominal um 1,4 %. Allerdings dürfte der preisbereinigte Anstieg geringer ausgefallen sein. Die ifo Exporterwartungen sind weiterhin abwartend niedrig und deuten noch nicht auf eine deutliche Belebung der Ausfuhren hin. Die nominalen Importe von Waren und Dienstleistungen sind demgegenüber seit März dieses Jahres aufwärtsgerichtet. Im Juni nahmen sie saisonbereinigt um 0,9 % und im gesamten zweiten Quartal angesichts der starken Binnennachfrage um 2,8 % deutlicher zu als die Ausfuhren.

Im Produzierenden Gewerbe kam es nach der Stagnation im ersten Quartal im zweiten Quartal wieder zu Produktionssteigerungen. Die Erzeugung in der Industrie nahm zwar im Juni um 0,9 % ab, im gesamten zweiten Quartal wurde sie jedoch um 0,3 % erhöht. Die Produktion im Baugewerbe wurde nach Stagnation im ersten Quartal im zweiten Quartal sehr kräftig um 1,6 % ausgeweitet. Die Indikatoren sprechen dafür, dass sich der Aufwärtstrend im Bau fortsetzt. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich nach einem spürbaren Plus im Mai von 2,6 % im Juni jedoch kräftig um 4,0 % verringert. Damit ergab sich auch im Quartalsvergleich ein deutlicher Rückgang der Orders um 1,6 %. Während sich die Bestelltätigkeit aus dem Nicht-Euroraum um 1,0 % erhöhte, gingen die Bestellungen aus dem Inland um 2,0 % und aus dem Euroraum um 4,9 % zurück. Nach wie vor verfügt das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland jedoch über ein sehr gutes Auftragspolster; im Mai lag die Reichweite bei 5,6 Monaten. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbes hat sich laut ifo Konjunkturtest zwar weiter eingetrübt, liegt aber nach wie vor deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt. Die Industriekonjunktur dürfte daher in den kommenden Monaten aufwärtsgerichtet bleiben, allerdings mit moderatem Tempo.

Die privaten Konsumausgaben expandierten nach einer schwächeren Entwicklung im zweiten Halbjahr 2017 im laufenden Jahr wieder etwas stärker. Die realen verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte stiegen im ersten Quartal saisonbereinigt sehr deutlich. Am aktuellen Rand ist ein ordentliches Lohnwachstum zu beobachten. Im Juli lagen die Tariflöhne 2,4 % über ihrem Vorjahreswert. Nimmt man die anhaltend gute Beschäftigungsentwicklung hinzu, dürften die privaten Konsumausgaben auch im zweiten Quartal eine wichtige Stütze der Konjunktur bleiben. Weitere Indikatoren für den privaten Konsum senden überwiegend positive Signale. Die Umsätze im Einzelhandel steigerten sich im zweiten Quartal um 0,9 %. Die Zahl der privaten Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen lag im Juli gut 16 % über ihrem Vorjahreswert. Während sich die Erwartungen des ifo Geschäftsklimaindex für den Handel im Juli etwas eingetrübt haben, stabilisierte sich die Lageeinschätzung. Das Konsumklima blieb konstant auf hohem Niveau.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Im Juni nahm die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt um 28.000 Personen zu; auf Jahressicht betrug der Beschäftigungsanstieg 1,3 %. Im Mai erreichte der Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit 43.000 Personen das durchschnittliche Niveau der letzten vier Monate. Die Frühindikatoren signalisieren eine anhaltend starke Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften und einen weiteren Anstieg der Erwerbstätigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Juli saisonbereinigt geringfügig um 6.000 Personen; sie stieg nach den Ursprungszahlen mit Ferienbeginn leicht auf 2,32 Mio. Personen. Die schrittweise Verringerung der Arbeitslosigkeit dürfte sich fortsetzen. Die Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit und die Stärkung der Wirtschaftskraft strukturschwacher Gebiete bleiben langfristig Herausforderungen.

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Hinweis:
Eine ausführliche Darstellung und Kommentierung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung wird in der September-Ausgabe des Monatsberichts „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“ veröffentlicht. Diese Ausgabe wird voraussichtlich in der 35. Kalenderwoche 2018 auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu finden sein.

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[1] In diesem Bericht werden Daten verwendet, die bis zum 14. August 2018 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preisbereinigter und kalender- und saisonbereinigter Daten.

[2] Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts vom 14. August 2018 zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal 2018. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2018 wurden auch die Ergebnisse ab dem Jahr 2014 überarbeitet. Das Bruttoinlandsprodukt nahm demnach in den Jahren 2014 und 2016 jeweils um preisbereinigt 2,2 % um 0,3 Prozentpunkte stärker zu als zuletzt gemeldet.

Downloads

Ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage
Stand: August 2018
PDF: 126KB"

 

Quelle: BMWi-Pressemitteilungen vom 14.08.18


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